Geheimdienste hacken SIM-Karten Hersteller Gemalto

Par cta @christiantanner @christiantanner — 20.02.2015

In einem detaillierten und ausführlichen Artikel hat das auf Enthüllungen spezialisierte Newsportal The Intercept aufgedeckt, dass die Britischen und Amerikanischen Geheimdienste den holländischen SIM-Karten Hersteller Gemalto gehackt haben.

Das Vorgehen der Geheimdienste ist absolut skrupellos. Es handelt sich bei diesem heimtückischen Angriff keinesfalls um Verteidigungsarbeit; es ist kein gezielter Angriff auf gefährliche Ziele. Es ist ein flächendeckender, verdachtsunabhängiger Angriff auf die Freiheit und Sicherheit von Millionen und Abermillionen Menschen. Ein Angriff, welcher die Vertraulichkeit von Millionen und Abermillionen Verbindungen und Kommunikationen unterwandert. Kommunikation mit der Bank, mit dem Anwalt, mit dem Arzt, mit der Familie.

Die Geschichte hat jedoch für die Schweiz eine zusätzliche Brisanz: Gemalto hat kürzlich angekündigt, die Aarauer Traditionsfirma Trüb AG zu übernehmen. Die Trüb AG stellt unter anderem die Schweizer Identitätskarte her und liefert Komponenten für den Schweizer Pass. Auch wenn die Schweizer Identitätskarte derzeit keine Verschlüsselung beinhaltet, so stellt die Firma Trüb auch elektronische Identitätsausweise für andere Nationen (beispielsweise Nigeria) her. Auch in der Schweiz sind Bestrebungen im Gange, der Bevölkerung eine staatlich ausgegebene eID zugänglich zu machen.

Nach diesen neusten Enthüllungen sollte sich endlich die Erkenntnis durchsetzen, dass die Sicherheit der Bevölkerung für die Geheimdienste höchstens von marginalem Interesse ist. Vielmehr geht es ihnen um Kontrolle und Überwachung. Es ist an der Zeit, dass der Staat den Geheimdiensten Einhalt gebietet und an ihrer Stell ein Institut für zivile Informationssicherheit schafft, welches innovative, freie und offene Sicherheitslösungen für alle Menschen, Unternehmen und Behörden entwickelt, produziert und erklärt. Der Staat würde sich so endlich für, statt gegen, seine Bürger einsetzen.

Dieser Artikel ist ursprünglich bei deutli.ch erschienen.

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